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fotocomte
29.01.2013 17:00, 17:00
Mehr oder weniger geärgert hat man sich schon. Bei Aufnahmen im Nah- und Makrobereich.
Ein schönes Motiv entdeckt oder hergerichtet und die verflixte Schärfentiefe langt vorne und hinten nicht.
Eine Tabelle für ein 50er Objektiv an Vollformat.

Schärfentiefe in Millimeter

Maßstab Blende 4 5,6 8 11 16 22

1:10 29,00 40,00 58,00 80,00 116,00 160,00
1:5 7,90 11,00 15,00 22,00 32,00 44,00
1:4 5,30 7,40 10,60 14,50 21,10 29,00
1:3 3,20 4,40 6,30 8,70 12,70 17,50
1:2 1,60 2,20 3,20 4,40 6,30 8,70
1:1 0,35 0,74 1,06 1,45 2,11 2,90
2:1 0,20 0,28 0,40 0,55 0,79 1,09
3:1 0,12 0,16 0,24 0,32 0,47 0,65
4:1 0,08 0,12 0,17 0,23 0,33 0,45
5:1 0,06 0,09 0,13 0,17 0,25 0,35
10:1 0,03 0,04 0,06 0,08 0,12 0,16


Wenn das Licht reicht, abblenden bis Blende 22 oder 32 oder 45, das müsste reichen.
Denkste, dann schlägt, je nach Objektiv die Beugungsunschärfe erbarmungslos zu.

Was ist das denn??

Gemeint ist eine Schärfeminderung über das gesamte Bild, verursacht durch eine kleine Blendenöffnung im Objektiv.
Da Licht nicht nur durch Linsen und Prismen abgelenkt wird, sondern auch durch Kanten mechanischer Bauteile, kommt es am Blendenrand zu einer Beugung der Lichtstrahlen.
Durch diese Beugung (Ablenkung) treffen die Lichtstrahlen nicht dort auf die Sensorebene auf, wo sie ein scharfes Bild ergeben würden, sondern verteilen sich über die ganze Chipebene.
Man könnte jetzt meinen, dass bei einer großen Blendenöffnung dieser Effekt am deutlichsten sichtbar wäre. Dem ist nicht so. Zwar werden bei offener Blende sehr viel mehr Lichtstrahlen gebeugt als bei einer geschlossenen Blende, aber der Anteil des geradlinigen Lichts ist im Verhältnis so groß, dass sich dieses nicht negativ auf dem Bild auswirkt.
Anders verhält es sich mit einer kleinen Blendenöffnung.
Es wird hier zwar weniger Licht gebeugt, aber die Anzahl der geradlinigen Lichtstrahlen nimmt bei verkleinern der Blende proportional viel stärker ab als die der Randstrahlen.
Die Beugungsunschärfe tritt bei weit geschlossenen Blenden bei jedem Objektiv auf. Die Stärke der Beugungsunschärfe hängt von der Qualität des Objektivs, dem Blendenwert und dem Abbildungsmaßstab ab. Je höher er ist, desto früher ist die Beugungsunschärfe relevant.
Sie wird noch dazu durch wenig Licht und lange Belichtungszeiten gefördert.

Aus diesem Grund sollte man die Blende, der Schärfentiefe wegen nicht bedenkenlos schließen. Es gilt hier ein Kompromiss zwischen Schärfentiefe und Beugungsunschärfe zu finden.

Dieser Kompromiss wird auch „Förderliche Blende“ genannt. Als Richtwert kann man bei einem 1:1 Makro von Blende 16 ausgehen.

Förderliche Blende

Abbildungs- empfohlene
maßstab Blende
1:2 22
1:1 16
2:1 11
3:1 8
4:1 8
5:1 5,6
6:1 5,6
7:1 4
8:1 4
9:1 3,5
10:1 3,5

Die absoluten Blendenwerte sollten für jede Kombination (Kamera und Objektiv) durch Test’s ermittelt werden.
Die Tabellen sind für Vollformat, 24X36 gerechnet, bei APS, ca. 15X23mm ändert sich der Tiefenschärfenbereich, er wird größer.(Aber nicht viel)

Bei der analogen Fotografie, konnte man mit einer optischen Bank die Tiefenschärfe durch Standartenveränderungen erweitern.
Aber wer hat heute noch diese Geräte und, viel wichtiger, wer kann damit noch umgehen ??

Im digitalen Zeitalter machen wir alles mit der passenden Software und das ganze nennt sich „Stacking“ noch genauer „Focus-Stacking“

In der Makro-Fotografie eine Methode um das Problem der geringe Schärfentiefe zu lösen, indem man mehrere Einzelbilder von verschiedenen Schärfe-Ebenen mittels Software zu einem einzigen Bild zusammenfügt, welches dann eine erweiterte oder nahezu komplette Schärfentiefe besitzt.

In der Praxis heißt das, ein Motiv, das unverrückbar feststeht. Eine makrogeeignete Kamera, mit der in möglichst gleichmäßigen Abständen Aufnahmen gemacht werden. (Geht natürlich auch andersrum) Ausreichend gleichmäßige Ausleuchtung.
Das heißt ein Einstellschlitten muß her, und der sollte eine Einstellmöglichkeit mit Skaleneinteilung haben.
Ich habe über ein Jahr im Internet, bei Freunden und Bekannten nach nachgefragt, ich habe Vorrichtungen gesehen, die auch für eine Mondlandung reichen würden, die so präzise zusammengesetzt waren, das die Verstellmöglichkeit, der Kamera und des Motiv’s im my-Bereich in alle Richtungen möglich ist. Es wurden teure und sehr teure Laboreinrichtungen ausgeschlachtet und umfunktioniert. Vieles war, auch finanziell für mich nicht mehr nachvollziehbar.
Aber nachgebaut habe ich trotzdem, mit den Dingen die man halt so hat, oder sich beschaffen oder selbst bauen kann.
1. Eine Grundplatte 50 X 15 X 3 cm. Bei mir, mehrfach verleimtes, wasserfesteres Sperrholz.
2.
2 Koordinaten-Einstellschlitten. Bei mir ein Proxxon Koordinatentisch.
Kostet neu ca. 60.--Euro. Tisch 200 x 70 mm. Verstellbereich X (quer) 134 mm, Verstellbereich Y (tief) 46 mm, Bauhöhe 43 mm spielfrei nachjustierbare Schwalbenschwanzführungen!! Handräder mit verstellbarem Skalenring (1U = 1,0mm, 1 Teilstrich = 0,05 mm Vorschub)
Verschiebbares Lineal erleichtert das Positionieren

3. Kamerabefestigung. Selbstbau
4. Balgenvorrichtung Selbstbau.
5. Laborboy Kann man prima Höhenunterschiede ausgleichen, und darauf zur vertikalen Einstellung
6. Einstellschlitten. Muß nicht der teuerste sein, wird zum Abstandeinstellen des Motivs benötigt.
7. Ausreichende Beleuchtung
8. Fernauslöser, Funkauslöser, IR-Auslöser, damit man die Kamera nicht mehr anfassen muß.
Das ist die Hartware.
Die Software heißt Combine ZP. Findet man leicht im Internet und kostet nichts.
Ist natürlich in englisch, dafür aber selbsterklärend.


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Wenn Fragen aufkommen, ruhig mal fragen.

Gruß Burkhard