Diese Testreihe ist wieder mehr geworden, als ich mir vorgenommen hatte.
Es wurden verglichen, das Tamron 5,6 / 200 – 400 mm und das Sigma 4,5 – 5,6 / 135 – 400. An beiden Objektiven wurde auch der Telekonverter Sigma 1,4 mitgetestet.

Mein Lieblingsmotiv zum Objektivtest ist der Fähranleger in Neu-Bleckede.
Am westlichen Ufer wird mein betagtes Bilora – Stativ mit Doppelstreben, damals für das Mittelformat erstanden, aufgestellt. Auf der anderen Elbseite ist ein ehemaliger Wachtturm, umgeben von Bauernhäusern mit Ziegeleindeckung. Der Wachturm hat oben ein Geländer und eine Antenne. Alles ist ca. 500 – 600 m entfernt.

Aus Erfahrung weiß ich, dass die Brennweiten ab 200 mm meistens für den Entfernungs-bereich 20 – 40 m benutzt werden. Da habe ich einen Schiffsanlegersteg gefunden mit ein paar Möven. Scharfgestellt wurde auf das vordere Winkeleisen. Die Möven sitzen zum Teil auf der Verstrebung, oder auf der hinteren Stange. Entfernung ca. 30 m.

Den Nahbereich, etwa 7 m habe ich dann im Garten gefunden.
Bei den Aufnahmen in 7 m und 30 m war der Himmel voller weißer Schönwetterwolken, die sich immer wieder vor die Sonne geschoben haben, deshalb erscheinen die Verschlusszeiten manchmal unlogisch.

Zunächst zu dem Telekonverter. In der Werbung wird immer hervorgehoben, dass der TK 1,4 keinen Verlängerungsfaktor benötigt. Stimmt nicht, Werbung ist eine gut verpackte Lüge. Verlängerungsfaktor mindestens eine Blendenstufe.
Dazu kommt noch, der Autofokus spielte verrückt. Bei dem Tamron ging es noch leidlich, er hat es manchmal noch gepackt, bei dem Sigma jedoch totaler Ausfall.
Deshalb wurden die Aufnahmen mit dem Sigma 1,4 ausnahmslos manuell fokussiert.
Bei Brillenträgern ist die manuelle Fokussierung manchmal ein Handikap. Ich trage eine Brille.
Alle Aufnahmen ohne dieses Sigma 1,4 wurden automatisch fokussiert.

Die Bilder mit den Datei-Nr. IMG_5013, IMG_5223 und IMG_4877 zeigen die jeweiligen Fokussierstellen und die Erklärung für die Bildbeschriftungen. Nach dem Sigma 1,4, wenn es denn dabei war, das Objektiv, die eingestellte Brennweite und den Wert nach den Exif – Daten. Dann die Blende und die Verschlusszeit.
Alle Aufnahmen wurden mit der Canon EOS 20D im AV – Modus im RAW aufgenommen.
Am PC mit Photoshop Elements 4.0 in 8 bit umgewandelt, mit Auto-Kontrast und Unscharf maskieren geschärft. Einstellungen: Schärfe 50%, Radius 10 Pixel, Schwellenwert 10 Stufen. Danach noch den Schriftzug eingefügt und in jpeg abgespeichert. Selbstverständlich sind die Fotos nicht beschnitten.

Zu den Objektiven: Beide haben eine mitgelieferte Gegenlichtblende und eine Stativbefestigung, also einen abnehmbaren Stativring, bei dem auch Hochformataufnahmen möglich sind. Wenn man meint, dass man ohne Stativ klarkommt, kann man den Ring abnehmen, der wiegt auch. Ich war damit im Wildpark, habe schöne, auch scharfe Fotos geschossen. Aber immer aufgestützt oder angelehnt und nicht über 1/500 sek.
Beide Objektive sind keine Immerdrauf- oder Immerdabei-Teile, alleine schon vom Gewicht.

Das Tamron 200 – 400 mm hat eine durchgehende Lichtstärke von 5,6 und ist ein Schiebezoom. Mit der aufgesetzten Gegenlichtblende ein Riesending, das ausgefahren 40 cm misst. Mit der Kamera zusammen zerren dann immerhin 1850 Gramm am Hals und der Trend die Länge immer voll auszufahren, ist nicht nur eine Unsitte des Schiebezooms.


Diese Unsitte hat das Sigma 4,5 – 5,6 / 135 – 400 mm auch, obwohl es ein Drehzoom ist. Es fährt zwar nur auf 34 cm mit aufgesetzter Gegenlichtblende aus. Vom Gewicht her tun sich beide nicht viel.
Die automatische Fokussierung läuft bei dem Tamron schnell und präzise ab, bei dem Sigma läuft es manchmal erst den gesamten Bereich ab, stellt dann doch noch sauber die Schärfe ein.

Mein Sigma musste vor Einsatz an der digitalen Kamera eingeschickt werden, dort wurde die Hauptplatine ausgewechselt.!
Also vor Erwerb unbedingt klären, ob digi-tauglich oder ein Wechsel der Hauptplatine möglich ist. Zur Sicherheit Sigma anschreiben, wichtig: Objektiv-Nummer angeben, Freiumschlag beifügen, Anfrage geht dann in 2 –3 Tagen über die Bühne. Die Änderung ist Service bei Sigma und kostet 23,- Euro.

Zum Test.
Naheinstellung:
Die Aufnahme mit dem Sigma 1,4 und dem Sigma 135 – 400 mm 560 mm zeigt bei Blende 5,6 eine leichte Unschärfe, siehe Spinnenfaden. Bei Blende 8.0 ist die Schärfe aber da. Kann aber auch ein Fokussierfehler sein (Brille). Sonst zeigen alle Fotos beider Objektive eine ausreichende Schärfe bei Blende 5,6, bei Blende 8,0 und 16 eine gute Schärfe.

Mittelbereich:
Mit dem Sigma 1,4 und dem Sigma 135 – 400 mm 560 mm zeigt sich bei Blende 5,6 eine doch deutliche Unschärfe, beim Abblenden auf 8,0 ist die Schärfe ausreichend bis gut und bei Blende 16, bei allen Brennweiten gut.
Das Tamron zeigt etwa das gleiche Schärfeverhalten wie das Sigma. Wobei ich meine, dass die Schärfe bei Blende 8,0 besser ist, als bei dem Sigma. Allerdings sehe ich beim Tamron einen deutlichen Blaustich bei Einsatz des Telekonverters und Blende 5,6. Dabei sind auch deutlich die blauen Geisterbilder zu sehen, die aber beim Abblenden auf 8,0 bzw. 16 verschwinden. Die blauen Geisterbilder treten nur in Verbindung mit dem Telekonverter auf.
Also auch bei der mittleren Entfernungseinstellung keine wesentlichen Unterschiede aufgefallen.

Fernbereich:
Die erste Aufnahme musste ich noch mal wiederholen, zwischen Wachtturm und Kamera kam ein Kormoran geflogen und hat die bildwichtigen Teile abgedeckt.
Mit dem Sigma 1,4 wieder Unschärfen, die erst bei Blende 16 klarer werden. Evt. wieder ein Fokussierproblem.?
Endlich bei Sigma 1,4 und Sigma, Zoomeinstellung 420 mm ein klareres Bild. Ohne Sigma 1,4, schon bei 400 mm und Blende 8,0 eine gute Schärfe. Bei allen Zoomeinstellungen sehe ich bei Blende 5,6 Unschärfen, die beim Abblenden auf 8,0 bzw. 16 deutlich durch Schärfe ersetzt werden.
Beim Tamron mit dem Telekonverter sind wieder, wie schon im Mittelbereich die blauen Konturen deutlich zu sehen, die aber auch beim Abblenden verschwinden.
Im Schärfevergleich sind meiner Meinung nach, keine Unterschiede festzustellen.
Also TK 1,4 und Tamron, geht nicht.

Ich bin zu folgender Erkenntnis gekommen, beide Objektive sind gut und geben sich Sachen Schärfe nichts. Im Brennweitenendbereich, so ca. ab 350 mm schwächeln Beide in wenig, das lässt sich jedoch durch Abblenden wieder ausgleichen. Fotografieren, egal bei welcher Zoomeinstellung, mit offener Blende, na ja, dann doch lieber mit Stativ und kleiner Blende.

Alle zu diesem Vergleich gemachten Bilder, etwa 165 Stück, sind für einen direkten Vergleich wichtig. Ca. 800 MB hochladen, nee muß nicht sein. Deshalb biete ich gegen eine Zahlung von 2,50 Euro, zwei gebrannte CD's incl. Porto (Deutschland) an.
Mit dem zu erwartenden Gewinn werde ich weitere Objektive zum Vergleichstest kaufen. Ich denke da an zwei 800er von Canon und Sigma.

Das getestete Tamron 5,6 / 200 - 400 mm will ich verkaufen. Mit Vorder- und Rückdeckel, Stativring und Gegenlichtblende.
Haben möchte ich gerne 200 Euro incl. Versand.
Wenn es keiner von Euch haben will, geht es bei ebay übern Tisch.

Gruß Burkhard